Hydraulik Sperrventile Rückschlagventil

Sperrventile

Hydraulik - Funktionsweise Rückschalgventil bzw. Sperrventil

Kapitel 5:  Sperrventile (Rückschlagventile)

Nicht-entsperrbares Sperrventil

Sperrventile haben in einem Hydraulikkreislauf die Aufgabe, einen Flüssigkeitsstrom in einer Richtung zu sperren und in Gegenrichtung freien Durchlauf zu erlauben. Man bezeichnet sie auch als Rückschlagventile

Hydraulik Rückschlagventil.jpgAbb.: Rückschlagventil mit Schaltzeichen

Das Schnittbild zeigt ein Rückschlagventil mit einem Kegel als Schließelement, das durch die Feder auf den Sitz des Gehäuses gedrückt wird. 

Der erforderliche Druck, um das Schließelement gegen die Feder verschieben zu können, wird als Öffnungsdruck bezeichnet. Dieser hängt ab von der gewählten Feder, deren Vorspannung und der beaufschlagten Kegelfläche und liegt üblicherweise zwischen 0,5 und 3 bar. Im Schaltzeichen wird entgegen der Norm DIN ISO 1219 die Feder häufig nicht dargestellt. 

Verwendung:

Einbau in der Pumpenleitung, um Druckstöße auf die Pumpe oder ein Entleeren des Systems durch äußere Last über die Pumpe zu vermeiden.  Hydraulik Rückschlagventil.jpg
Hydraulik Rückschlagventil.jpg Einbau parallel zum Filter, um bei Erreichen eines bestimmten Solldruckes (z.B. 3 bar) durch Verschmutzung den Filter zu umgehen („By-Pass-Ventil“). 
 
Einbau parallel zur Drosselstelle: In Fließrichtung Zylinder (von A nach B) erfolgt eine Drosselung. Um diese beim Rücklauf (B nach A) aufzuheben, setzt man eine Drossel parallel zur Drossel.  Hydraulik Rückschlagventil.jpg

 Entsperrbares Sperrventil

Hydraulik entsperrbares Rückschlagventil Schaltzeichen.jpgAbb.: Schaltzeichen eines entsperrbaren Rückschlagventil

Dieses Sperrventil lässt sich über eine Steuerleitung auch in Sperrrichtung freischalten. Die Funktionsweise ist wie folgt:

Hydraulik entsperrbares Rückschlagventil Funktion

Liegt am Eingang A hoher Druck und am Eingang B niedriger Druck, so ist das Ventil in Durchlassrichtung. Ändern sich die Druckverhältnisse, d.h. liegt nun am Eingang B hoher Druck und am Eingang A niedriger Druck, so wird der Hauptkegel durch Feder und Systemdruck auf den Sitz gehalten.

Durch Druckbeaufschlagung am Steueranschluß X schiebt sich der Steuerkolben den Hauptkegel vom Sitz. Jetzt kann die Flüssigkeit auch von B nach A fließen. Man sagt, das Ventil ist „entsperrt“. 

Anwendung: Haupteinsatz ist das Sichern und Absperren unter Last bzw. unter Druck stehende Zylinder (z.B. bei Hebebühnen). Zur maximalen Sicherheit und unter Betrachtung der Leckage wird dieses Sperrventil möglichst nah am Zylinder angebracht.

 Zwillings-Rückschlagventil

Um nun einen Zylinder in beiden Richtungen leckölfrei abzusperren, sind zwei entsperrbare Rückschlagventile erforderlich. Das Zwillingsrückschlagventil beinhaltet zwei entsperrbare Rückschlagventile in seinem Gehäuse.

Hydraulik Zwillingsrückschlagventil Schaltzeichen Hydraulik Zwillingsrückschlagventil Funktion
Abb.: Schaltzeichen und Schnittbild eines Zwillingsrückschlagventils
 
Anwendung:

Zwillingsrückschlagventile werden zumeist für das beidseitige Sichern von Aktoren - dies können z.B. Zylinder oder Motoren sein -verwendet. Damit die Ventilkegel in der Mittelstellung des Wegeventils sicher schliessen (d.h. den Aktor sichern), sind beide Arbeitsanschlüsse (A und B) durch Verbindung mit dem Rücklauf (Tank) zu entlasten. Dann nämlich kann die Feder die Ventilkegel auf deren Sitz drücken.

Hydraulik Zwillingsrückschlagventil Schaltung.jpg

Das Zwillingsrückschlagventil kann auch als Zwischenplatte gebaut sein. Damit können Zuleitungen zum Aktor entfallen, was natürlich die Sicherheit des Schaltkreises begünstigt:

Quelle:  Tiefenbach –
control systems GmbH
hy_Zwillingsrückschlagventil2.jpg
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